Nachtschattengewächse – Solanaceae

Nachtschattengewächse sind Nahrungs- und auch Zierpflanzen, welche ein- oder mehrjährig wachsen und eine Höhe von bis zu 4 Metern erreichen können. Sie gehören in der Pflanzenwelt zu den Bedecktsamern und tragen als Früchte zumeist Beeren oder Kapselfrüchte. Die Familie der Nachtschattengewächse beinhaltet rund 100 Gattungen mit 2700 Arten. Die Gattung “Nachtschatten” zählt über 2000 Arten und ist somit die größte. Zu den Nachtschattengewächsen zählen unter anderem die Tollkirsche, die Alraune, das schwarze Bilsenkraut, Stechapfel und auch Engelstrompeten. Um alle Gattungen und ihre Arten zu erfassen, wurden in der Geschichte zahlreiche Systematiken entwickelt. Keine dieser Systematiken gibt jedoch vollständig Aufschluss über die Artenvielfalt der Nachtschattengewächse.

Aufbau von Nachtschattengewächsen

Die krautartigen bis hölzernen Pflanzen sind charakteristisch für die Anzahl von fünf Blüten mit ebenfalls fünf Staubblättern. Ihre Wurzelsysteme sind sehr unterschiedlich aufgebaut. Während die Alraune sehr fleischige und dicke Pfahlwurzeln besitzt, könne bei anderen ebenso sehr geschwollene Wurzeln oder gar Knollen vorkommen. Ein sehr wichtiges Merkmal der Nachtschattengewächse ist der im Samen enthaltene Embryo, welcher in jeglicher Form von dick, schlank über gerade, kurvig und auch lang sein.

Vorkommen von Nachtschattengewächsen

Nachtschattengewächse kann man aufgrund ihrer zahlreichen Arten in allen Teilen der Erde finden. Südamerika ist allerdings reicher an Nachtschattengewächsen als beispielsweise Afrika. In Asien gibt es neun Gattungen und auf dem australischen Kontinent sieben Gattungen heimisch.

Bedeutung

Sehr bedeutende Inhaltsstoffe der Nachtschattengewächse sind die Steroide und die Alkaloide (ein sehr bekanntes Alkaloid ist das Nikotin aus der Tabakpflanze). Diese tragen dazu bei, dass die Nachtschattengewächse in der Medizin vielseitig verwendet werden können. Zudem sind Nachtschattengewächse ebenso schon seit den alten Römern und Griechen als Genuss- oder Rauschmittel bekannt. Das Genussmittel mit der größten Bedeutung ist hier ohne Zweifel der Tabak. Alraunen wurden schon in der Antike von Medizinern als Narkotikum in Verbindung mit Wein eingesetzt wurde um Patienten zu operieren. Aus Chili- und Paprikapflanzen wird ein Stoff gewonnen, das Capsaicin, welches die Durchblutung fördert und den Kreislauf anregt. In der Augenheilkunde kommt unter anderem die Tollkirsche zum Einsatz, welche allerdings auch Darmbeschwerden lindern kann. Stoffe aus dem Stechapfel lindern beispielsweise Asthmabeschwerden.