Nachtschattengewächse züchten

Was sind eigentlich Nachtschattengewächse? Nachtschattengewächse (lat. Solanaceae) sind eine Pflanzenfamilie, die zu den bedecktsamigen Pflanzen zählt. Zu den Nachtschattengewächsen gehören circa 90 bis 100 Gattungen, die Zahl der ihr zugehörigen Arten beläuft sich auf etwa 2.700. Innerhalb dieser Pflanzenfamilie sind die Nachtschatten die größte Gattung. Meist werden zwischen 1.000 und 2.300 Arten zu dieser Gattung gezählt.

Innerhalb der Familie der Nachtschattengewächse gibt es sowohl Nahrungspflanzen als auch Zierpflanzen. Wichtige Nahrungspflanzen sind zum Beispiel Kartoffeln und Tomaten. Einige Arten gelten aufgrund ihres Gehalts an Steroiden und Alkaloiden als wichtige Rausch-, Medizin- und Kulturpflanzen. Daneben finden sich in dieser Pflanzenfamilien ebenfalls viele giftige Pflanzen.

Giftige Alkaloide enthalten alle Nachtschattengewächse in unterschiedlich hoher Konzentration. Dabei kann zwischen drei verschiedenen chemischen Typen unterschieden werden: Tropenalkaloiden sind beispielsweise in der Tollkirsche, im Stechapfel und im Bilsenkraut zu finden. Tabak enthält Pyridinalkaloide. Steroidalkaloide enthalten diverse Arten. Charakteristische äußere Merkmale der Nachtschattengewächse sind unter anderem ihre fünfzähligen Blüten mit Kelchblättern. Teilweise tragen sie auch Kronblätter, fünf Staubblätter und zwei oftmals miteinander verwachsene Fruchtblätter. Die Früchte der Nachtschattengewächse sind Kapselfrüchte Beeren.

Habitus der Nachtschattengewächse

Nachtschattengewächse sind einjährige, zweijährige oder mehrjährige Pflanzen. Sie können sowohl krautig als auch verholzend wachsen. Ihr Wuchs erreicht meist eine Höhe zwischen 9,5 und vier Metern. Einige Arten erreichen eine Länge von bis zu 15 Metern. Einige kleine Bäume werden bis zu 10 Meter groß, in Ausnahmefällen erreichen einige Arten bis zu 25 Meter Wuchshöhe. Meist wachsen Nachtschattengewächse aufrecht, teilweise kletternd. Sie können unterschiedliche Wurzeltypen ausbilden. An den Blättern und Sprossen vieler Arten findet sich eine Behaarung aus Trichtomen.

Verbreitung der Nachtschattengewächse

Viele Arten von Nachtschattengewächse sind weltweit zu finden. Der Südamerikanische Kontinent weißt eine überdurchschnittlich große Bandbreite an Nachtschattengewächse auf.

Nachtschattengewächse als Nahrungsmittel

Eine Reihe von Arten wird vom Menschen als Nahrungsmittel genutzt. Bei den meisten Arten werden die reifen Früchte geerntet. Bei der Kartoffel hingegen werden die unter der Erde wachsenden Knollen verzehrt. Jährlich werden weltweit rund 324,5 Tonnen Kartoffeln produziert. Weitere bedeutende Nahrungsmittel unter den Nachtschattengewächsen sind Tomaten, Auberginen und Paprika bzw. Chillis.

Eigener Anbau von Nachtschattengewächsen im Garten

Viele Arten dieser Pflanzenfamilie werden nicht nur industriell hergestellt, auch im heimischen Garten lassen sich viel Arten anbauen. Ob auf dem Beet oder in der Pflanzschale – selbst angebaute Tomaten oder Kartoffeln sind ein besonderer Genuss. Wer ein wenig Zeit investiert und auf angemessene Pflanzenbewässerung achtet, wird dafür mit frischen und köstlichen Früchten bzw. Knollen belohnt werden.

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